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zwei Orangs fressen BananenOrang-Utans gehören zu den Menschenaffen und leben auf den südostasiatischen Inseln Borneo und Sumatra. Sie sind mit einem Gewicht von bis zu 120 kg (Männchen) bzw. 50 kg (Weibchen) die schwersten baumbewohnenden Tiere. Sie sind dabei ebenso auf einen intakten Regenwald angewiesen wie dieser auf sie.

Orang-Utans spielen eine entscheidende Rolle in der Ökologie des Regenwaldes. Als Fruchtfresser dienen sie der Artverbreitung, indem sie die Samen der verzehrten Pflanzen ausscheiden. Während sie in den Ästen klettern, brechen sie schwache oder welke Triebe ab, wodurch das Kronendach aufgerissen wird und mehr Sonnenlicht den Waldboden erreichen kann.

 

männlicher Orang-UtanNeben ihrem rotbraunen Haar sind vor allem die sehr langen Arme und relativ kurzen Beine mit den stark den Händen ähnelnden Füßen charakteristisch. Erwachsene Männchen sind gut an ihren ausgeprägten Backenwülsten und ihrer langen Behaarung zu erkennen.

Die Funktion dieser Backenwülste ist noch unklar: Diskutiert wird, ob sie zum Schutz des Gesichtes bei Kämpfen, als Projektionshilfe für die langanhaltenden Rufe der Tiere oder einfach als optisches Signal erwachsener Tiere dienen. Ausgeprägt werden die Backenwülste erst im Alter von 15 bis 20 Jahren, wenn Orang-Utan-Männchen geschlechtsreif werden.

 

weiblicher Orang-Utan hängt im BaumFast ihr ganzes Leben halten sich die Orang-Utans in den Baumkronen auf, wobei sie beim Hangeln nicht fest zugreifen, sondern sich lediglich mit Händen und Füßen an den Ästen "einhaken”. Dabei springen sie nicht zu weiter entfernten Bäumen, sondern nutzen ihr Gewicht um die Äste aufeinander zuzubiegen und sich dann weiter zu schwingen.

Da die Futterstellen - auf Borneo stärker als auf Sumatra - sehr weit voneinander entfernt und meist wenig ergiebig sind, legen Orang-Utans täglich bis zu vier Kilometer auf der Suche nach Nahrung (vorwiegend Früchte, aber auch Rinde, Blätter und Termiten) zurück. Wahrscheinlich ebenfalls durch die Nahrungssituation bedingt leben sie anders als andere Menschenaffen vorwiegend einzelgängerisch in sich überlappenden Territorien. Kleine Gruppen entstehen meist nur dadurch, dass ein Weibchen bis zu zwei Jungtiere mit sich führt und eventuell sein Schlafnest neben anderen Weibchen baut. Männchen stoßen nur zur Paarung und für wenige Tage zu diesen Kleingruppen.

 

Orang-Utan Mutter trägt ihr BabyOrang-Utans haben unter den nicht-menschlichen Primaten den längsten Generationszyklus: Nach einer etwa achtmonatigen Tragzeit bringt das Weibchen ein Jungtier zur Welt, um das es sich gut vier Jahre intensiv kümmert, bevor es überhaupt wieder paarungsbereit wird. Dadurch liegt zwischen zwei Geburten eine Zeitspanne von fünf bis sieben Jahren, was mit ein Grund für die schwierige Situation der Orang-Utans ist: Aufgrund der langwierigen Jungtieraufzucht können sich die Tiere nur schwer den durch den Menschen veränderten Lebensbedingungen anpassen und einmal zerstörte Populationen erholen sich kaum.

Das Jungtier ist im ersten Lebensjahr im permanenten Körperkontakt zu seiner Mutter und wird ausschließlich gesäugt. Erst dann fängt es an, die Umgebung seiner Mutter zu erkunden und feste Nahrung zu sich zu nehmen, bekommt aber noch Milch von seiner Mutter und wird von ihr über weite Strecken getragen, bis sie ein weiteres Kind bekommt (also bis zum fünften oder sechsten Lebensjahr!). Doch auch danach bleibt das Ältere im engen Kontakt zu seiner Mutter und verlässt diese erst mit ca. neun Jahren, häufig auch erst wenn ein weiteres Jungtier geboren wird. Erst in diesem Alter hat ein Orang-Utan alle notwendigen Fähigkeiten (wie Klettern, Nestbauen und die Orientierung im dichten Regenwald) erlernt und kann alleine überleben. Frühestens im Alter von 12 Jahren bringt ein Orang-Utan-Weibchen zum erstenmal Nachwuchs zur Welt.