Es gibt Schätzungen, die besagen, dass in etwa 30 Jahren der gesamte Regenwald weltweit zerstört sein wird. Wie alle anderen Regenwaldbewohner auch sind Orang-Utans davon direkt betroffen. In Indonesien gibt es verschiedene Gründe für die Abholzung des Regenwaldes. Einen wesentlichen Faktor stellt die Tropenholzgewinnung dar, denn so genannte Edelhölzer sind nach wie vor ein begehrter Rohstoff zur Herstellung von Möbeln oder Fußbodenbelägen für den Export.
Die weitaus größere Bedrohung geht jedoch von der Palmölindustrie aus. Ca. 83 Prozent des global gehandelten Palmöls stammen aus Indonesien und Malaysia. Palmöl ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung vieler Lebensmittel (Margarine, Müsli, Erdnussbutter, etc.), Kosmetika und der immer populärer werdenden Biokraftstoffe. Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen.
Ein großer Teil des Palmöls ist für den europäischen Markt bestimmt und die Nachfrage nimmt beständig zu. Deshalb werden die Palmölplantagen stetig vergrößert und dafür Regenwald abgeholzt. Dadurch finden Orang-Utans immer weniger Nahrung. Dies führt auch dazu, dass die Orang-Utans in Ölpalmplantagen auf Futtersuche gehen. Hier werden sie von den Plantagenarbeitern gefangen oder getötet, die Jungtiere werden verkauft oder zum Verzehr gemästet.
Der Abbau von Bodenschätzen wie Gold und zunehmend auch Zirkon verursacht neben der Rodung des Waldes auch die Verschmutzung der Flüsse durch zusätzlich eingebrachte Schlammmengen und Chemikalien.
Der illegale Ackerbau in Nationalparkgebieten, besonders die Kultivierung von Reis, führt nicht nur zu einer weiteren Abholzung von Regenwald, sondern die damit verbundenen Brandrodungen verursachen ebenfalls das Ausbrechen größerer Waldbrände, wie z.B. in den Jahren 1997 und 2006.
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