Wie leben die Gärtner des Regenwaldes

Orang Utan Waise Berman

Orang-Utans spielen eine wichtige Rolle im Regenwald: sie sind die Gärtner des Waldes. Beim Hangeln durchs Geäst brechen alte und morsche Äste ab, sodass jüngere Triebe mehr Licht bekommen. Auch wenn sie Material suchen, um sich ein Schlafnest zu bauen, lichten sie die Baumkronen aus.

 

Orang Utan Waise Berman

Auf dem Speiseplan der „roten Waldmenschen“ stehen vor allem Obst und andere Pflanzenteile. Indem sie die Früchte essen, sorgen sie dafür, dass sich Bäume besser ausbreiten können. Anders als Tiere sind Pflanzen nicht beweglich und müssen daher Strategien entwickeln, wie sie sich über weite Strecken verbreiten können. Kleine Samen können beispielsweise mit dem Wind Windbestäubung finden wir bei sogenannten Nacktsamern (Nadelbäume wie Fichte oder Kiefer) oder Pflanzen mit vielen kleinen Blütenständen (Pappel, Birke, Haselnuss). Wissenschaftler nennen diese Form der Bestäubung Anemophilie. oder im Fell von Tieren So machen es beispielsweise die Kletten, die mit Klebhärchen am Fell oder der Hose hängen bleiben und irgendwann später wieder abfallen. Das nennt man dann Epichorie. transportiert werden. Pflanzen mit großen Samen sind auf Tiere wie Orang-Utans angewiesen. Nachdem diese das Fruchtfleisch verdaut haben, scheiden  sie die Samen Man spricht auch von Endochorie. „Endo“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet innen, „-chorie“ nutzen Botaniker, wenn sie die Ausbreitung von Pflanzen beschreiben. aus und eine neue Pflanze kann daraus keimen. Orang-Utans sorgen also dafür, dass der Regenwald so schön artenreich bleibt.

Durian Frucht

Schlafen ─ fressen ─ schlafen

Da Orang-Utans wie alle Menschenaffen tagaktiv sind, verbringen sie die Nächte ruhend in ihren Schlafnestern. In den Baumkronen sind sie vor natürlichen Feinden wie Tigern oder Leoparden geschützt. Mit der Morgendämmerung und den Rufen der zahlreichen Vögel und anderer Tiere erwacht der Orang-Utan. Nach einer ausgiebigen Fellpflege begibt er sich auf Futtersuche.

Eine der Lieblingsfrüchte ist die Durian Die Frucht wird auch als „Königin der tropischen Früchte“ bezeichnet. Unter der stacheligen harten Schale verbirgt sich das Fruchtfleisch. Da die Frucht unangenehm riecht, ist die Mitnahme und der Verzehr in vielen öffentlichen Einrichtungen in Asien verboten. Aber auch Feigen, Jackfruit oder die Früchte der Neesia-Bäume stehen auf dem Speiseplan. Von über 400 Pflanzenarten ernähren sich Orang-Utans. Dabei verzehren sie nicht nur Früchte, sondern auch Blüten, Knospen, Blätter oder Stängel. Gelegentlich gibt es außerdem Insekten (Grillen, Termitenlarven) oder Vogeleier.

Nach dem ausgiebigen Frühstück folgen eine Ruhepause und anschließend eine weitere Mahlzeit. Am späten Nachmittag begeben sich die Tiere dann auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz und bauen sich dort mit Blättern und Zweigen ein neues Schlafnest. Anhand dieser Nester können Wissenschaftler schätzen, wie viele Orang-Utans in einem Gebiet leben. Im Gegensatz zu den anderen Menschenaffen lassen sich Orang-Utans nur schwer zählen. Fast lautlos wandern sie in den Baumkronen umher. Mit ihrem rotbraunen Fell sind sie sehr gut getarnt. Da haben die Forscher am Boden, die sich zudem durch morastigen Untergrund kämpfen müssen, ganz schön zu tun.

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