Die Auffangstation: Ein Zuhause für verletzte Orang-Utans und Waisenkinder

Die Orang-Utan-Auffangstation Orangutan Care Centre and Quarantine (OCCQ) in der Nähe des kleinen Dorfes Pasir Panjang unweit des Tanjung Puting Nationalparkes wurde im Jahre 1998 gegründet und wird von der Orangutan Foundation International (OFI) betreut. Die mehr als 100 Mitarbeiter der Station stammen aus diesem und den umliegenden Dörfern. Die Auffangstation ist damit ein Hauptarbeitgeber in der Region um Pangkalan Bun. Die Tierärzte und Labormitarbeiter stammen ebenfalls aus Indonesien.

Die Auffangstation versorgt derzeit mehr als 300 Orang-Utans. Die meisten von ihnen sind Waisen, deren Mütter von Wilderern getötet wurden. Andere, bereits ältere Tiere wurden in den an den Wald grenzenden Palmölplantagen oder auf der Flucht aus einem brennenden Waldgebiet gefangen. Wieder andere wurden aus privaten Haushalten konfisziert.

Hier finden Sie die von uns derzeit unterstützten Patentiere.

Neuzugänge (oft nur wenige Monate alt) werden zunächst für einige Wochen in der Quarantänestation betreut, bevor sie in die eigentliche Auffangstation gelangen. Viele sind schwer traumatisiert und leiden an Krankheiten, Verletzungen und Unternährung. Ohne eine intensive Rund-um-die-Uhr-Pflege würden sie nicht überleben.

Orang-Utan-Baby wird geduscht

Da Orang-Utans bis zum Alter von etwa acht Jahren bei ihrer Mutter bleiben, können Orang-Utan-Waisen frühestens in diesem Alter ausgewildert werden, um eine Überlebenschance zu besitzen. Bis dahin müssen sie in der Auffangstation versorgt werden und das für die Freiheit notwendige Wissen erwerben. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Auffangstation befindet sich deshalb ein Waldstück, in dem die Waisen sich im Klettern, Nestbauen und der in Nahrungssuche üben können.

Es gibt allerdings auch Tiere, die aus verschiedenen Gründen ihre Gehege nicht verlassen und/oder nicht wieder ausgewildert werden können und daher wahrscheinlich den Rest ihres Lebens in der Auffangstation verbringen werden.

Stellvertretend hier drei Schicksale.

Junger Orang-Utan beim Urwaldspaziergang

Die Haltung von Tieren in Gehegen bedeutet nicht nur eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, sondern kann auch zu einem Verlust natürlicher Verhaltensweisen und Aktivitäten führen. Durch regelmäßige Fütterungen beispielsweise sind die Tiere nicht mehr gezwungen, sich selbst Nahrung zu beschaffen, obwohl die Futtersuche in Freiheit einen sehr wesentlichen Platz einnimmt. Es besteht die Gefahr, dass die Tiere sich langweilen und abstumpfen.

Daher werden jenen Orang-Utans, die nicht an den Dschungelausflügen teilnehmen können, Beschäftigungmöglichkeiten geboten.

Orang-Utan mit Enrichment

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